| Aus zweidimensionalen Grundrissen wird ein digitales 3D Modell aufgebaut. Dazu werden zunächst die vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten digitalen 2D Daten in unser System eingelesen. In manchen Fällen müssen wir die Daten zunächst konvertieren, also in ein Format umwandeln, welches unser System versteht. Bevorzugte Formate sind in diesem Zusammenhang:
- .dwg (steht als Abkürzung für das englische Wort Drawing) ist ein verbreitetes Format von Autodesk - .dxf (engl. Drawing Interchange Format, „Zeichnungsaustauschformat“) freies Format von Autodesk
Analog eingescannte Architektur-Pläne oder Zeichnungen können wir natürlich auch verarbeiten. Die Vorgehensweise sieht in diesen Fällen einen vorgeschalteten Arbeitsschritt vor. Wir übertragen die Pläne mit einem Zeichenprogramm in unsere Visualisierungs-System.
Sind alle Daten eingelesen, wird Schritt um Schritt, Etage für Etage ein digitales 3D Modell aufgebaut.
Die Ausstattung wie Fenster, Türen, Möbel usw. wird integriert, skaliert und eingepasst.
Die Ausstattung der Inneneinrichtung oder konstruktive Details wie Geländer, Treppen, Türen, Fenster etc. ergänzen das 3D Modell um später fotorealistisch wirkende Elemente. Besonders die Detailverliebtheit zeigt später große optische Wirkung in den 3D Perspektiven.
Bei den Möbeln gibt es inzwischen eine sehr große Datenbank, auf die wir zurückgreifen können und die stetig wächst. Darunter sind neben den berühmten, weltbekannten Designermöbeln auch immer mehr individuelle Einzelstücke. Kunden, die spezielle Möbel fordern, die sie vielleicht selber entworfen haben, können uns 2D Zeichnungen und Farb-/Stoff-Muster zusenden. Wir bauen diese Möbel digital nach und fügen sie in das Gesamtmodell ein.
Korrekturen mit dem Auftraggeber, der sich für oder gegen bestimmte Möbel etc. entscheiden kann.
Neben den inhaltlichen Entscheidungen über Ausstattung, werden jetzt vor allem Farb- und Materialabstimmungen getroffen. Oft wird in dieser Phase der Entwurf des Architekten (der Investoren, Projektentwickler, Immobilienmakler, Bauträger etc.) zugunsten einer besseren Wirkung in der 3D Visualisierung geändert oder erweitert.
Wichtig sind Farbharmonie und die Treue in der Darstellung zu den Originalmaterialien, Stoffen und Farben. Kleine Nuancen machen den Unterschied zwischen einer Architektur-Visualisierung, die erklärt, und einer 3D Visualisierung, die begeistert. Wir begeistern Sie!
Verschiedene Kamerapositionen werden nun getestet und sich für die beste Perspektive entschieden
Aus unserer Erfahrung und dem Wissen um die Kunst des richtigen Bildaufbaus und der Perspektiven, schlagen wir dem Kunden 2 - 3 unterschiedliche Blickwinkel pro Visualisierung vor. Dabei achten wir auf verschiedene optische Gesetze, wie die Bilddynamik, den Goldenen Schnitt, die Fluchtpunkt-Harmonie, die Brennweite der virtuellen Kamera oder die optimale Lage der Horizontlinie.
Gemeinsam mit dem Kunden werden nun eine oder mehrere 3D Perspektiven ausgewählt oder, wenn sich die Perspektiven nicht mit den Vorstellungen des Kunden überschneiden, werden weitere Bildeinstellungen erarbeitet und vorgeschlagen.
Tageslichteinstellungen & Belichtung, Wetter & Jahreszeit
Die meisten Visualisierungen sollen positive Gefühle an Heim und Heimat hervorrufen, das ist nicht nur verkaufsfördernd, sondern färbt auch auf eine positive Einstellung gegenüber dem Makler/Architekten ab. Aus diesem Grund sind die meisten Visualisierungen im Frühling oder im Früh-Sommer, wo der Tag hell, die Pflanzen grün und die Stimmung frisch sind.
Dennoch macht es teilweise Sinn über eine alternative Jahreszeit-Stimmung nachzudenken. Beispielsweise ist eine Architektur-Visualisierung von einem Ferienhotel in einem Ski-Urlaubsort im Winter idealer visualisiert. Oder es wird versucht emotional auf die Nutzung der Projekte einzugehen. Ein Altersheim an einem sonnigen Herbsttag stimmt den Betrachter trotz Sonnenschein latent auf die Nutzung ein. Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne bei der Klärung solcher Fragen.
Unabhängig von den Jahreszeiten stellt sich die Frage der Lichtstimmung. Eine Morgenstimmung hat einen hohen Blauanteil, wogegen eine Abendstimmung eher im roten Lichtspektrum liegt. Beide Bereiche sind den sinnlichen, romantischen Bildstimmungen zuzuordnen. Sie erzeugen beim Betrachter eine träumerische Wahrnehmung und unterstützen so positiv bestimmte Eigenschaften eines Bauwerks.
Das Gegenteil ist das Mittagslicht an einem klaren Sommertag, welches sehr neutrale Lichtspektren aufweist und dem Klassizismus zugerechnet wird. Diese Visualisierungen wirken sehr steril und eher erklärend, als verklärend. Das kann wichtig sein, wenn fotorealistische 3D-Visualisierungen als Arbeitsgrundlage für die Entscheidungsfindung von verschiedenen Entwurfsvarianten dienen.
Alle Oberflächen erhalten Materialien, Texturen, Glanz, Strukturen und Farben.
In dieser Phase sind alle konstruktiven Bestandteile, dreidimensionalen Einstellungen, der Bildaufbau, die Jahreszeiten, die Lichtstimmung und das Wetter besprochen und umgesetzt. Alle sichtbaren Oberflächen erhalten nun ihre Materialien und Farben. Die optische Wirkung der einzelnen Einstellungen wird durch kleine punktuelle Renderings innerhalb des Visualisierungsprogrammes getestet. Je nach Bedarf, wird ein Material nach dem anderen abgestimmt und angepasst.
Diverse Gegenstände, wie Kunstwerke, Vasen, Zeitschriften, machen die Szene wohnlich.
Dieses Wissen nutzen wir zum Erzeugen einer pseudorealistischen Szene und dekorieren verschiedene 3D Kleinigkeiten in die Visualisierung.
Der Renderprozess
Ist alles bereit, wird zunächst ein Abzug in geringer Auflösung (DIN A5) gerendert. Bei diesem Prozess, dem Rendern, werden die dreidimensionalen Daten mit allen bisher getätigten Einstellungen in zweidimensionale Ansichten gerechnet. Dies geschieht wie bei einer Fotografie. Die 3D Vektoren werden in 2D Pixel gewandelt und es entsteht eine 3D Visualisierung.
Sind die Ergebnisse wie gewünscht, wird ein Renderprozess in Originalauflösung (DIN A0) gestartet. Dieser kann je nach Anteil der reflektierenden Oberflächen bis zu 10 Stunden dauern. Die Visualisierung wird nun an die Bildbearbeitung übergeben.
Umgebungsfotos, Personen, Unschärfe, Kontraste, Tiere, Pflanzen uvm. werden hinzugefügt.
In der Bildbearbeitung werden der Visualisierung Hintergrundbilder, meist Fotografien der tatsächlichen Umgebung des vorhandenen Grundstückes, hinzugefügt und an die vorhandene Lichtstimmung angepasst. Personen und Tiere, Pflanzen und Bäume werden eingefügt. Diese Elemente täuschen dem Betrachter Realität vor und sie helfen den Blick auf eine bestimmte Weise zu lenken.
Wir stellen beispielsweise mit Baum-Zweigen Randabdunklungen, mit Unschärfe eine Tiefenwirkung her. Mit Bewegungsunschärfe von Personen oder Autos erzeugen wir Dynamik und sprengen die Statik. Mit Schatten und partiellen Verdunklungen kommt Leben auf homogene Flächen wie Rasen oder Straßen. Es gibt noch weitere Mittel der Bildbearbeitung, die verschiedenste Eindrücke mit unserem Sehsinn bewirken.
Die Kombination dieser Techniken und deren Einsatz in zurückhaltender Dosis sind das Geheimnis einer gelungenen Visualisierung. |